Forschungsprogramm

Die Forschungsaktivitäten des Zentrums sollen einen Erkenntnisgewinn zu den folgenden Globalthemen beitragen:

1.  Philanthropie und soziales Kapital

Unter dem Begriff Philanthropie werden im angloamerikanischen Sprachraum generell private freiwillige Handlungen für das Gemeinwohl verstanden. Damit werden vielfältige Aktivitäten und Betätigungsfelder erfasst: Von der einmaligen Spende bei der Strassensammlung über freiwilliges Engagement bis hin zur Gründung von Stiftungen.

Das CEPS befasst sich mit allen Formen von Philanthropie und untersucht deren Wesen im gesellschaftlichen Zusammenhang. Insbesondere ist es die Zielsetzung dieses Forschungsschwerpunktes, den gesellschaft-lichen Nutzen der Philanthropie zu erfassen und abzubilden, da es bisher keine einheitliche Übersicht gibt. Als theoretische Grundlage dient u.a. das Konzept des sozialen Kapitals.

Unter sozialem Kapital werden allgemein jene sozialen Netzwerke, Normen und das Vertrauen verstanden, womit gemeinsame gesellschaftliche Ziele besser erreicht werden können. Philanthropische Aktivitäten sind in den meisten Fällen Investitionen in soziales Kapital, d.h. sie

  • fördern Kooperationen, Wissenszuwachs, Verständigung und die gesellschaftliche Entwicklung oder
  • stellen Know-how, Zeit, Kontakte, Begegnungsräume und finanzielle Ressourcen bereit.

2. Governance und Legitimation von Stiftungen

Als Ausdruck privaten gemeinnützigen Engagements sind Stiftungen ein wichtiges Element der Zivilgesell-schaft und sind Brückenbauer zwischen privaten Aktivitäten und staatlichen Programmen. Stiftungen haben eine besondere rechtliche Stellung, die sich insbesondere durch ihre Unabhängigkeit vom Einfluss anderer auszeichnet. Mit dieser Sonderstellung gehen spezifische Anforderungen an die Governance von Stiftungen einher. Stiftungen unter stehen der staatlichen Aufsicht, jedoch sind andere organisationsinterne Aufsichts- und Kontrollmechanismen kaum geregelt.

Mit dem Swiss Foundation Code und dem Swiss NPO-Code stehen in der Schweiz mittlerweile zwei hoch ent-wickelte Grundlagen für eine verbesserte Governance in Stiftungen zur Verfügung. Hierzu wird das CEPS interdisziplinäre Beiträge zur Anwendung und Umsetzung der Governance leisten sowie die Folgen der Berücksichtigung von Governance auf das Stiftungsmanagement untersuchen.

Darüber hinaus werden rechts- und gesellschaftswissenschaftliche Analysen angestrebt, wie die Legitimation von Stiftungen, die sich in der Stiftungsurkunde begründet, in einen gesellschaftlichen Zusammenhang gesetzt werden kann.

Ein weiteres Manko für die Forschung zum Stiftungswesen ist die mangelnde Datengrundlage. Es fehlen Angaben über die Grundgesamtheit genauso wie über zentrale Organisationsindikatoren wie Beschäftigte, Budgets, Förderprojekte, etc. Diese Lücke soll die Forschung des Zentrums helfen zu schliessen.

3. Nonprofit-Organisationen – Strategie, Performance und Potentiale

Der Aktivitätsradius einer Nonprofit-Organisation (NPO) ist durch den Organisationszweck vorgegeben. Die Umsetzung dieser Vorgaben stellt den Vorstand jedoch vor weitreichende Entscheidungsprobleme, da die Festlegung von Strategien sowie die Messung der Wirkung und Nachhaltigkeit von Projekten aufgrund einheitlicher Indikatoren schwer fallen. Zudem sind NPO in ein komplexen Umfeld von Stakeholdern einge-bunden, deren unterschiedliche Erwartungen die NPO nie gleichzeitig erfüllen können.

Die Forschungsschwerpunkte in diesem Bereich gelten daher basierend auf empirischen Erhebungs-methoden zum einen der Frage, welche Managementinstrumente NPO für eine effiziente Zweckerfüllung brauchen und wie diese eingesetzt werden können. Zum anderen soll untersucht werden, wie NPO den Erfolg ihrer Tätigkeit messen und abbilden können. Beide Fragestellungen verbindet die Analyse erfolg-reicher Wirkungsstrategien, die mit Hilfe von Fallstudien und qualitativ-empirischen Instrumenten erfasst werden sollen.

Insbesondere bedarf es Untersuchungen zu Fragen des Strategischen Managements, des General Managements,zu Leadership, zum Finanz- und Vermögensmanagement, und es fehlen Betrachtungen zum Einfluss der Organisationsgrösse auf die Management-Potenziale. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Analyse liegt zunächst auf den Förderstiftungen, jedoch sollen alle Stiftungstypen und andere gemein-nützige Organisationen ebenso berücksichtigt werden.

4.  Corporate Citizenship – Unternehmerisches Engagement

Mit der Verbreitung von Konzepten wie Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship hat die Bedeutung von Unternehmen als Förderer und Partner der Zivilgesellschaft deutlich zugenommen. Dabei klafft aber ein grosser Graben zwischen den Umsetzungsansätzen in der Praxis und den theoretischen Erklärungsmodellen. Das CEPS will den philanthropischen Beitrag von Unternehmen untersuchen und analysieren, wie sich ziviles Engagement und Gewinnorientierung strategisch miteinander verknüpfen lassen, damit sowohl die Unternehmen wie die Nonprofit-Organisationen einen Mehrwert daraus ziehen können.

Als zweiten Aspekt des unternehmerischen Engagements beschäftigt sich das CEPS mit hybriden Organisationsformen wie Social Business, Venture Philanthropy und Social Entrepreneurship. Bei diesen in der Praxis entwickelten Ansätzen ist von Interesse, wie sich die gemeinnützige und die wirtschaftliche Ausrichtung miteinander in Einklang bringen lassen und welche Schlussfolgerungen daraus für andere NPO-Typen gezogen werden können.

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Kontakt

Universität Basel
Centre for Philanthropy Studies (CEPS)
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