Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Glückskette ist der neue Solidaritätsbarometer erschienen. Die Studie untersucht, wie Solidarität in der Schweiz heute wahrgenommen und gelebt wird, welche Auswirkungen die anhaltenden Krisensituationen auf die Hilfsbereitschaft hat und welche unterschiedlichen Vorstellungen von Solidarität in der Bevölkerung bestehen. Es ist bereits die dritte Durchführung nach den Erhebungen 2021 und 2023, an der wir ebenfalls beteiligt waren.
Die Ergebnisse zeigen zunächst ein stabiles Fundament: 95 Prozent der Befragten halten solidarisches Handeln für das gesellschaftliche Zusammenleben für wichtig, 93 Prozent auch für sich persönlich. Gleichzeitig ist das Krisenbewusstsein hoch: 86 Prozent nehmen eine Zunahme der Anzahl von Krisen wahr, 82 Prozent auch eine Zunahme ihrer Schwere. Von einer ausgeprägten «Solidaritätsmüdigkeit» kann dennach nicht direkt gesprochen werden: Für 60 Prozent ist die Spendenbereitschaft unverändert geblieben, 28 Prozent berichten sogar von einer Zunahme. Sichtbar wird vielmehr eine gewisse Hilflosigkeit. 85 Prozent haben das Gefühl, nicht überall helfen zu können, und 78 Prozent wägen stärker ab, wofür sie ihre Unterstützung einsetzen. Für gemeinnützige Organisationen wird es damit umso wichtiger, konkrete und nachvollziehbare Möglichkeiten für solidarisches Handeln aufzuzeigen.
Auch beim Spendenverhalten gibt es Veränderungen. Der Anteil derer, die regelmässig spenden, ist gegenüber den früheren Erhebungen wieder gestiegen, während rein spontane Spenden an Bedeutung verloren haben. Gleichzeitig bestehen deutliche Altersunterschiede: Jüngere Personen spenden häufiger spontan, ältere eher regelmässig. Vertrauen bleibt dabei zentral.
Der Solidaritätsbarometer beleuchtet dabei neu unterschiedliche Vorstellungen davon, was Solidarität eigentlich bedeutet. Er unterscheidet vier Solidaritätslogiken: die prinziporientiert Solidarischen, die eigenverantwortlich Solidarischen, die weltoffen Solidarischen und die engagiert Solidarischen. Sie zeigen, dass Solidarität in der Schweiz zwar breit verankert ist, aber unterschiedlich begründet und gelebt wird. Für Organisationen kann dieses Wissen dabei helfen, Unterstützungsangebote gezielter zu vermitteln und unterschiedliche Beweggründe besser anzusprechen.
Das Solidaritätsbarometer wurde im Auftrag der Glückskette in Zusammenarbeit mit der SRG und dem Center for Philanthropy Studies der Universität Basel (CEPS) durchgeführt. Die Erhebung und Auswertung erfolgte durch gfs.bern.
>Hier kann der Solidaritätsbarometer 2026 heruntergeladen werden.
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