Forschungsprojekte

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen die aktuellen Forschungsprojekte des CEPS sowie Projekte, die wir in der Vergangenheit realisiert haben.

Projektstart: Juli 2014
Projektende: Dezember 2020
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Nonprofit-Organisationen (NPO) obliegen in ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Sachzieldominanz. Sie streben nach der Erfüllung von Werten und inhaltlichen Zielen, welche sich direkt aus ihrer Mission ableiten. Dies bedeutet, dass das Generieren von Einkommen lediglich indirekt, also instrumentell, zur Zielerreichung dient, jedoch für das Überleben der Organisation unerlässlich ist. Dabei agieren NPO nicht nur im Spannungsfeld zwischen Zweckerfüllung und finanziellem Erfolg, sondern auch zwischen Staat und Privatwirtschaft. Daraus folgt, dass die Einnahmequellen von NPO häufig nicht mit denjenigen von privatwirtschaftlichen Organisationen übereinstimmen und eine andere (Zeit-)Struktur von Mittelflüssen aufweisen. Die Anwendung von herkömmlichen, etablierten Kennzahlen zur Messung der finanziellen Stabilität und Vielfalt (sprich der finanziellen "Gesundheit“ der Organisation) aus dem Bereich der For-Profit Organisationen ist somit nicht angebracht.

Dieses Thema wird anhand verschiedener Forschungsdesigns untersucht. Zunächst wird basierend auf ähnlichen Untersuchungen aus den USA die finanzielle Stabilität und Vielfalt von NPO erforscht. Wir gehen der Frage nach, wie sich die Einkommensströme (Spenden, Staatsbeiträge und eigene Erträge) spendensammelnder NPO in der Schweiz seit 2005 verändert haben. Nach wie vor ist sich die wissenschaftliche Literatur nicht einig, ob eine höhere Diversifikation oder die Konzentration auf eine Einkommensquelle lohnenswerter ist. Weiter wird das strategische Management von Finanzierungsquellen untersucht. Klassische Forschung zur Finanzierung gründet häufig ausschliesslich auf Finanzzahlen. Diese Forschungslücke soll mittels Datentriangulation anhand von Fallstudien bearbeitet werden.

Die Resultate der Studie sollen Einblick in die finanzielle Entwicklung von Schweizer NPO und daraus abgeleitet praktische Implikationen bezüglich der strategischen Ausrichtung und Positionierung von spendensammelnden NPO geben.

Publikationen:

  • von Schnurbein, G. (2017). Nonprofit Financial Growth and Path Dependency. CEPS Working Paper Series, No. 12, Basel: CEPS.
  • von Schnurbein, G. / Fritz, T.M. (2017): Benefits and Drivers of Nonprofit Revenue Concentration, in: Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly, Vol. 46, Nr. 5, S. 922-943
  • von Schnurbein, G.: Finanzierung und Wachstum von Nonprofit-Organisationen, in: Die Unternehmung, Jg. 71, Nr. 2, 2017, S. 147-164.

Projektstart: 2017
Projektende: 2020
Kontakt: Dr. Oto Potluka

Das Projekt soll dazu beitragen, aktuelle und zukünftige Probleme der kulturellen und sozialen Integration anzugehen, die durch das unvorhergesehene Ausmass des demographischen Wandels und die wachsende Stadtbevölkerung verursacht werden. Wir argumentieren, dass diese Probleme durch qualifizierte Führung von Einwohnern überwunden werden können, die sich freiwillig für gemeinnützige Aktivitäten in Kulturprogrammen und im öffentlichen Raum engagieren. Unser Projekt konzentriert sich daher auf die gründliche Analyse der aktuellen Rolle, Wirkung und Herausforderungen von Führungskräften von Nonprofit-Organisationen (NPO). Die Studie soll Erkenntnisse über wirksame Massnahmen und nützliche Strategien für Bottom-up-Lösungen für eines der bedeutendsten Probleme im heutigen Europa liefern.

Die Verwaltung von Städten, die Veränderungen in ihrer Bevölkerungsstruktur durchlaufen, ist ein komplexes Problem und erfordert soziale Innovationen, die Lösungen für das Entstehen unerwarteter sozialer Spannungen bieten. In diesem Prozess können NPO und das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle bei der Lösung solcher Probleme spielen, aber dazu müssen sie sich von der Führung auf individueller und kollektiver Ebene leiten lassen. Der Kern unseres Forschungsprojektes untersucht die Mechanismen zur Erreichung einer solchen Führung.

Auf der Grundlage der Daten identifizieren wir die besten Führungsstrategien. Diese stehen im Zusammenhang mit den erfolgreichsten Ergebnissen im öffentlichen Raum und der sozialen Integration. Diese Erkenntnisse werden es uns ermöglichen, Führungsmodelle zu entwerfen, die darauf abzielen, soziale Spannungen so weit wie möglich abzubauen und nachhaltige öffentliche Räume zu entwickeln. 

Publikationen:

  • Potluka, O., & Špaček, M. (2019). Civil Society in Urban Areas: A Partner for Territorial Cohesion? In Medeiros, E. (Ed.), Territorial Cohesion: The Urban Dimension, ChamSpringer International Publishing, pp. 23-37.
  • Potluka, O., Kalman, J., Musiałkowska, I., & Idczak, P. (2019). Civic engagement in local politics in Central Europe. In R. Kerley, P. T. Dunning, & J. Liddle (Eds.), The Routledge Handbook of International Local Government (pp. 344-360). Abingdon: Routledge.
  • Pelucha, M., Kveton, V., & Potluka, O. (2019). Using mixed method approach in measuring effects of training in firms: case study of the European Social Fund support. Evaluation and Program Planning, 73, 146-155. doi:10.1016/j.evalprogplan.2018.12.008
  • Potluka, O., & Perez, M. (2019). Do candidates from non-profit organisations who adopt party political values improve their chances of electoral success? Policy & Politics. 47(1), 57-76. doi: https://doi.org/10.1332/030557318X15296528666750

    Projektstart: April 2016
    Projektende: 2020
    Kontakt: Sophie Hersberger

    Sobald Nonprofit-Organisationen (NPO) Dienstleistungen anbieten, Preise festsetzen oder Ressourcen akquirieren sehen sie sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie For-Profit-Unternehmen: Sie müssen sich an den Bedürfnissen ihrer Stakeholdergruppen orientieren und diese Bedürfnisse stillen. Im Falle von For-Profit-Unternehmen ist, wie das Sprichwort sagt, der Kunde König. Doch NPO sehen sich einem viel komplexeren Kreis von Märkten und Anspruchsgruppen gegenüber. Sie orientieren sich nicht nur an Klienten oder Kunden, die oftmals in verschiedene Untergruppen eingeteilt werden können, sondern müssen den Anforderungen der Geldgeber und Förderer gerecht werden, den Massstäben der Aufsichtsbehörden oder Richtlinien des Staats entsprechen, oftmals freiwillige Mitarbeitende rekrutieren und managen und sich gleichzeitig um ihre öffentliche Wahrnehmung, kosteneffiziente Ressourcenbeschaffung und Wettbewerber oder Partner aus dem öffentlichen, privaten und Nonprofit-Sektor kümmern. Und dies alles bei einer zunehmenden Knappheit oder Stagnation von öffentlichen Geldern und einer wachsenden Anzahl an NPO.

    Diese zunehmende «Marketization» von NPO wird von vielen Forschern kritisiert, jedoch fehlt bisher ein empirisch gestütztes Konzept zur Messung der Marktorientierung von NPO. Aufgrund der Sachzieldominanz und der komplexen Stakeholder-Strukturen von NPO ist die Übertragung eines Marktorientierungskonzepts aus der Privatwirtschaft, wie z.B. MARKTOR oder MKTOR nicht zufriedenstellend. Viele NPO haben eine stark nach innen gerichtete Management-Perspektive, die davon ausgeht, dass die Organisation am besten weiss, was die Klienten brauchen. Die Bedürfnisse des Marktes werden damit nicht berücksichtigt oder gestillt. Die Beurteilung der Marktorientierung vieler NPO beruht daher weitgehend auf Selbsteinschätzung ohne eine direkte Vergleichsmöglichkeit mit anderen Organisationen.

    Das Ziel der Dissertation ist es, diese Forschungslücke zu schliessen und ein Verständnis der Interaktionen von Nonprofit-Organisationen und ihren Stakeholder-Gruppen zu schaffen. Dazu wird in einem ersten Schritt das Markt-Umfeld einer Organisation modelliert und in Theorien der Entstehung von Nonprofit-Organisationen eingeordnet. In einem weiteren Schritt wird die Marktorientierung von Nonprofit-Organisationen verschiedener Sektoren empirisch untersucht und mit Performance-Variablen verknüpft, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie sich Marktorientierung auf die Leistung einer Nonprofit-Organisation auswirkt. Diese Untersuchung soll die bestehende Nonprofit-Fachliteratur um eine theoretische und empirische Analyse dieses Themas ergänzen, da bisher noch keine umfassende Forschung dazu betrieben wurde. Andererseits sollen die Ergebnisse Praktikern dabei helfen, ihre Managementkultur so auszurichten, dass die Bedürfnisse der wichtigen Stakeholder ihrer Organisation gestillt werden. Ein besseres Verständnis von Marktorientierung und deren Auswirkungen im Nonprofit-Kontext kann Auswirkungen auf die Performance und Strategie einer Organisation haben.

    Publikationen:

    • Hersberger‐Langloh / S.E., Stühlinger, S. / von Schnurbein, G. (2020). Institutional isomorphism and nonprofit managerialism: For better or worse? Nonprofit Management and Leadership, 2020, 1– 20, online first: doi.org/10.1002/nml.21441

    Projektstart: Februar 2016
    Projektende: 2020
    Kontakt: Sara Stühlinger

    Die Ökonomisierung gesellschaftlicher Bereiche hat in den letzten Jahren zugenommen. Diese Tendenz ist auch im Nonprofit-Sektor zu beobachten. So wird beispielsweise bei philanthropischem Engagement zunehmend von Investitionen und immer weniger von Gaben gesprochen und die Grenze zwischen Anlage- und Fördermanagement verliert an Klarheit.

    Diese Entwicklungen tangieren NPO, sowohl als Investoren, als auch als Kapitalnehmer. Einerseits stellt sich die Frage, wie Nonprofit-Organisationen (NPO) als Investoren ihr Vermögen anlegen können, ohne damit in Konflikt mit ihrem Sachziel zu geraten und welche Rolle dabei Finanzintermediäre spielen. Andererseits fordern Trends wie Impact Investing eine Diskussion der klassischen Finanzierungsformen von NPO und der zukünftigen Rolle von NPO als Investitionsobjekte.

    Das Thema der Investitionen ist indessen nicht nur in der Aussen-, sondern auch in der Innenfinanzierung für NPO relevant. Aufgrund der Sachzieldominanz und der nicht schlüssigen Tauschkanäle unterliegt die Effizienz von NPO einer erhöhten Aufmerksamkeit und kann nicht direkt über den Markt eruiert werden. Dieser Effizienzdruck führt zum unerwünschten Nebeneffekt der Unterinvestitionen. Die Erforschung dieser verschiedenen Fragestellungen erfolgt anhand von empirischen Analysen. Dafür werden sowohl finanzielle, als auch weitere Merkmale von NPO und Investitionseinheiten erhoben.

    Publikationen:

    • Stühlinger, S. (2018). In Need of Clarification: Current Perceptions of Impact Investing in the German and Swiss Foundation Sectors. CEPS Working Paper Series, No. 13, Basel, CEPS.
    • Hersberger‐Langloh / S.E., Stühlinger, S. / von Schnurbein, G. (2020). Institutional isomorphism and nonprofit managerialism: For better or worse? Nonprofit Management and Leadership, 2020, 1– 20, online first: doi.org/10.1002/nml.21441

    Projektstart: Oktober 2015
    Projektende: September 2020
    Kontakt: Theresa Gehringer

    In der umfangreichen Literatur zu Corporate Social Responsibility (CSR) spielt Philanthropie bisher nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund der Datenknappheit ist die empirische Forschung - bis auf wenige Ausnahmen - auf US-amerikanische Unternehmen und ihre philanthropischen Aktivitäten beschränkt. Dies ist das erste Forschungsprojekt, das alle drei Aspekte der Corporate Philanthropy in der Schweiz abdeckt: Corporate Giving, Corporate Volunteering und Corporate Foundations. Eine umfassende Studie zu diesem Thema mit Daten von schweizerischen Unternehmen und ihren Corporate Philanthropy Aktivitäten liegt bisher nicht vor.

    Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, ein besseres Verständnis der Beziehung und der Wechselwirkungen von CSR und Philanthropie zu entwickeln. Von besonderem Interesse ist, ob und wie Corporate Philanthropy Aktivitäten in einer win-win-Situation für Wirtschaft und Gesellschaft resultieren.

    Zuerst wird ein umfassender Überblick über die verschiedenen Ausprägungen von Corporate Philanthropy in der Schweiz erstellt. Darüber hinaus werden die Zusammenhänge zwischen Corporate Philanthropy, CSR und Unternehmensprofitabilität mit Daten von in der Schweiz tätigen Unternehmen erforscht. Ausserdem werden Regeln und Kriterien definiert, um die Auswirkungen unternehmerischer philanthropischer Tätigkeiten auf die Einbettung des Unternehmens in der Zivilgesellschaft zu bewerten.

    Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens werden einen bedeutenden Beitrag zur theoretischen Debatte über Corporate Philanthropy und das soziale Verhalten von Unternehmen leisten. Mit der Schweiz als Mini-Laboratorium und der Untersuchung des aktuellen Diskurses wird der Grundstein für eine eigenständige Theorie der Corporate Philanthropy gelegt.

    Projektstart: Juni 2017
    Projektende: Juni 2021
    Kontakt: Nicholas Arnold

    Interaktionen zwischen Nonprofit-Organisationen (NPO) und Unternehmen finden in der Wissenschaft zunehmend Beachtung. In der akademischen und praktischen Literatur wird betont, dass NPO vermehrt direkt mit Unternehmen interagieren, um Einfluss auf das Thema Unternehmensverantwortung zu nehmen.

    Hinsichtlich der Art der Herangehensweise von NPOs gegenüber Unternehmen können zwei wichtige Literaturstränge einander gegenübergestellt werden. Forschende innerhalb des «kooperativen Strangs» stellen fest, dass der gemeinnützige Sektor zunehmend kooperativere Formen der Interaktion eingeht – wie Stakeholder-Dialoge und Partnerschaften mit Unternehmen – um auf diese Weise Unternehmensverantwortung positiv zu beeinflussen. Im Gegensatz dazu betonen Forschende innerhalb des «konfrontativen Strangs», dass antagonistische Ansätze von NPO gegenüber Unternehmen – wie beispielsweise Aktivismus – nach wie vor sehr verbreitet sind, da viele NPO diesen Ansatz als ein wichtiges Instrument betrachten, um Einfluss auf Unternehmensverantwortung zu nehmen.

    Die Art und Weise, wie diese beiden Herangehensweisen interagieren, d.h. wie kooperative und konfrontative Ansätze sich gegenseitig in Bezug auf die Beeinflussung der Unternehmensverantwortung beeinflussen, hat in der Wissenschaft bisher nur begrenzte Aufmerksamkeit gefunden. Diesen Prozess genauer zu untersuchen, ist das Hauptziel dieses Forschungsprojekts.

    Projektstart: Juli 2017
    Projektende: Juli 2021
    Kontakt: Alice Hengevoss

    Die Zahl internationaler Nonprofit-Organisationen (INPO) nimmt weltweit stetig zu. In der Managementforschung ist dennoch relativ wenig über die Internationalisierung solcher Organisationen und die damit verbundenen Prozesse bekannt. Bisherige Modelle beschreiben hauptsächlich, welche Faktoren für eine erfolgreiche Internationalisierung von For-Profit-Organisationen (FPO) zu berücksichtigen sind. Da sich NPO in ihrer zugrundeliegenden Motivation (Profitmaximierung vs. Maximierung gesellschaftlicher Wohlfahrt), ihrer gesellschaftlichen Rolle, ihrer Finanzierungsstruktur, den Kontrollmechanismen, und ihrer Marktorientierung wesentlich von FPO unterscheiden, gilt es ihren Internationalisierungsprozess separat zu betrachten. Dieses Projekt beschäftigt sich dementsprechend mit Markteintrittsentscheidungen und Internationalisierungsstrategien von NPO.

    Ein bedeutender Teil der Managementforschung zu Internationalisierungs-Strategien basiert auf der Institutionstheorie. Die Theorie erklärt, wie das institutionelle Umfeld und dessen zugrundeliegenden Strukturen, Normen und Werte das Verhalten einer Organisation beeinflussen. Organisationen, die international tätig sind, sehen sich mit institutionellen Unterschieden konfrontiert, auf die es zu reagieren gilt. Der Eintritt in einen neuen Markt und damit in ein neues institutionelles Umfeld ist daher mit Transaktionskosten verbunden, die unmittelbar die Internationalisierungsstrategie der Organisation beeinflussen. Im Rahmen dieses Projekts werden die Transaktionskosten von NPO erfasst und analysiert, wie sich diese auf deren Markteintritt und die strategischen Entscheidungen auswirken. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie NPO-Internationalisierung erfolgreich gestaltet werden kann.

    Projektstart: September 2019
    Projektende: September 2021
    Kontakt: Damian Schweighauser

    Mit der Weiterentwicklung der Corporate Governance in den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Fokus von gewinnorientierten Unternehmen gewandelt. Im Zentrum stehen heute nicht mehr alleine Shareholder-Interessen. Gesellschaften haben zunehmend begonnen, sich auch auf die Bedürfnisse weiterer Stakeholder (Kunden, Lieferanten, Gläubiger, Arbeitnehmer etc.) zu konzentrieren.

    Damit und mit dem aktuellen Zeitgeist einhergehend sind sich zahlreiche Unternehmen zunehmend ihrer sozialen Verantwortung bewusstgeworden. Dies hat dazu geführt, dass auch nicht gemeinnützige Organisationen sich heutzutage wohltätig engagieren. So begrüssenswert dieses Engagement ist, laufen solche Unternehmen Gefahr, von rein gewinnorientierten Gesellschaftern zur Verantwortung gezogen zu werden. Aus diesen und anderen Gründen wurde in diversen US-amerikanischen Staaten die sog. «Benefit Corporation» (auch bekannt als Hybridunternehmen) eingeführt. Eine Rechtsform, welche es der Gesellschaft erlaubt und sie verpflichtet, sowohl gemeinnützige als auch gewinnorientierte Zwecke gleichzeitig zu bedienen. Nach diversen US-amerikanischen Staaten (Stand heute wurde die Rechtsform der Benefit Corporation in 36 US-Staaten eingeführt) haben auch Kolumbien (mit den sog. «sociedades comerciales de Beneficio e Interés Colectivo») und Italien (Einführung der sog. «società benefit») mit einer entsprechenden Gesetzgebung nachgezogen.

    Die Schweiz kennt keine analoge Gesellschaftsform. Da nach Schweizer Zivilrecht ein Numerus Clausus (Formzwang) der zulässigen Gesellschaftsformen herrscht, kann gegenwärtig auch keine Benefit Corporation in der Schweiz gegründet werden.

    Das vorliegende Forschungsprojekt untersucht die Frage, ob dem gemeinnützigen Sektor der Schweiz eine solche Organisationsform hülfe. Dies unter Berücksichtigung des Umstands, dass es sich bei Benefit Corporations eben gerade nicht um rein gemeinnützige Organisationen handelt (sondern um Unternehmen mit gemischtem Zweck). Neben der rechtsvergleichenden Untersuchung hypothetischer Benefit Corporations in der Schweiz werden ausserdem nach gegenwärtigem Schweizer Recht existierende Organisationsformen und deren Flexibilität hinsichtlich der Umwandlung in äquivalente Unternehmensformen erforscht.

    Projektstart: Oktober 2019
    Projektende: 2022
    Kontakt: Dominik Meier

    Menschen sind soziale Wesen. So sozial, dass wir uns nicht nur um unser eigenes Wohl, sondern auch um das Wohl anderer bemühen. Bei sozialen Kontakten wie Freundschaften steckt sicherlich auch ein Eigeninteresse im Hintergrund. Andere prosoziale Aktivitäten wie zum Beispiel das Unterstützen von sozialen Institutionen in Form von spenden scheinen hingegen völlig selbstlos.

    Altruistisches Verhalten ist keine Seltenheit. Laut einer im Jahr 2015 von Swissfundraising durchgeführten Umfrage spenden 75% der Befragten mindestens einmal pro Jahr (Swissfundraising, 2015). Wieso gespendet wird wurde in der Forschung genau untersucht und es zeigte sich, dass hinter scheinbar altruistischen Aktivitäten wie Geldspenden doch auch ein gewisser Eigennutzen steckt. So fühlt man sich nach einer Spende häufig besser, verspürt einen sogenannten «warm glow». Es gibt sogar Studien die zeigen, dass wir glücklicher sind nachdem wir Geld für andere anstatt für uns selber ausgeben haben (Dunn, Aknin & Norton, 2008).

    Die positiven Effekte von Spenden sind also gut erforscht, jedoch werden erst seit kurzem auch die negativen Effekte in Betracht bezogen. So werden, obwohl Spenden ein gutes Gefühl hinterlässt, Situationen in denen gespendet werden kann häufig vermieden. In einer Studie nahmen Personen zum Beispiel einen Umweg in Kauf, um den von Fundraiser besetzten Eingang des Einkaufszentrums zu vermeiden (Andreoni, Rao & Trachtman, 2017). In Experimenten vermeiden die Hälfte der Probanden bewusst Situationen, in denen sie einer anderen Person einen Teil des im Experiment erhaltenen Vermögens abgeben (spenden) könnten (Cain, Dana & Newman, 2014). Sie sind sogar bereit du zahlen, um diese Situation zu vermeiden (Broberg, Ellingsen & Johannesson, 2007). Kommen diese Personen dann doch in eine Situation in der sie spenden können tun sie dies, trotz zuerst versuchter Vermeidung der Situation, interessanterweise dann aber doch. 

    Es wird also zum Teil widerwillig gespendet. Bildlich gesprochen gibt man dem Bettler Geld, obwohl man ihm lieber aus dem Weg gegangen wäre. Ziel der Dissertation ist es, die Ursachen sowie Konsequenzen dieses Vermeidens und widerwilligen Spendens zu erforschen.

    Quellen:

    • Andreoni, J., Rao, J. M., & Trachtman, H. (2017). Avoiding the ask: A field experiment on altruism, empathy, and charitable giving. Journal of Political Economy125(3), 625-653.
    • Broberg, T., Ellingsen, T., & Johannesson, M. (2007). Is generosity involuntary? Economics Letters, 94(1), 32–37. https://doi.org/10.1016/j.econlet.2006.07.006
    • Cain, D. M., Dana, J., & Newman, G. E. (2014). Giving Versus Giving In. The Academy of Management Annals, 8(1), 505–533. https://doi.org/10.1080/19416520.2014.911576
    • Dunn, E. W., Aknin, L. B., & Norton, M. I. (2008). Spending money on others promotes happiness. Science319(5870), 1687-1688.
    • Swissfundraising. (2015). Spendenmarkt Schweiz

    Projektstart: Juli 2015
    Projektende: Oktober 2019
    Kontakt: Theresa Gehringer
    Partner: Rotterdam School of Managment, Erasmus University Rotterdam

    Die Forschung über Stiftungen als philanthropische Institutionen hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Ein besonderer Typ von Stiftungen wurde dabei jedoch nur wenig beachtet: die Corporate Foundations. Dies sind Stiftungen mit eigener Rechtspersönlichkeit, die von Unternehmen zur Ausübung philanthropischer Aktivitäten gegründet werden. Sie operieren an der Grenze zwischen zwei institutionellen Logiken: zum einen sind Unternehmen auf das Erzielen von Profiten ausgerichtet. Zum anderen folgen Stiftungen als Organisationen des Dritten Sektors einer Sachzieldominanz, die auf die Förderung gemeinnütziger Ziele ausgerichtet ist.  Aus diesem Spannungsfeld ergeben sich für die Forschung mehrere Fragestellungen in Bezug auf die komplexe Beziehung zwischen dem Unternehmen und der Stiftung.

    Das CEPS kooperiert mit der Rotterdam School of Management in einem grösseren Forschungsprojekt, um der Forschungslücke in Bezug auf Corporate Foundations entgegenzuwirken. Ziel ist es, in einem Herausgeberband eine umfassende Übersicht über den Stand der Forschung zu präsentieren und das Forschungsfeld weiter zu entwickeln. Dazu wurden über 14 Autoren aus Europa, den USA, China, Australien und Russland eingeladen. Zusätzlich zum wissenschaftlichen Beitrag soll das Projekt auch einen Nutzen für Praktiker haben. Aus den Studien werden Workshops und Leitfäden erarbeitet, mit dem Ziel, Stiftungsräte und Geschäftsführer in der Governance und im Management der Corporate Foundations zu unterstützen.

    Publikationen:

    • Bethmann, S. / von Schnurbein, G. (2015). Effective Governance of Corporate Foundations. CEPS Working Paper Series No. 8. Basel: CEPS.
    • Roza, L. / Bethmann, S. / Meijs, L. / von Schnurbein, G. (Eds). Handbook on Corporate Foundations: Corporate and Civil Society Perspectives, Springer International Publishing, 2019
    • Gehringer, T. / von Schnurbein, G. (2019). Corporate Foundations in Europe, In: Roza L., Bethmann S., Meijs L., von Schnurbein G. (Eds) Handbook on Corporate Foundation. Nonprofit and Civil Society Studies (An International Multidisciplinary Series). Springer, Cham
    • Bethmann, S. / von Schnurbein, G. (2019). Strategic in What Sense? Corporate Foundation Models in Terms of Their Institutional Independence and Closeness to Core Business, In: Roza L., Bethmann S., Meijs L., von Schnurbein G. (Eds) Handbook on Corporate Foundation. Nonprofit and Civil Society Studies (An International Multidisciplinary Series). Springer, Cham

    Projektstart: Januar 2016
    Projektende: Dezember 2018
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Obwohl die Forschung im Bereich Governance in Nonprofit Organisationen in den letzten Jahren zugenommen hat, lassen sich doch etliche Forschungslücken erkennen. Erstens liegt der Fokus der Forschung meist auf dem Vorstand oder der Beziehung zwischen Vorstand und Geschäftsführenden. Zweitens konzentrieren sich die meisten Studien auf eine einzige Organisationsstruktur und vernachlässigen die komplexeren Strukturen föderalistischer oder mehrstufiger Organisationen, die in der Praxis üblich sind. Schließlich wird die theoretische Fundierung oft von normativen oder positivistischen Ansätzen getrieben. Eine Lösung zur Überwindung einiger dieser Einschränkungen ist der von Bradshaw (2009) und Renz (2006) entwickelte Ansatz der Netzwerk-Governance. Dahinter steckt die Überlegung, dass Governance-Strukturen über den Vorstand und sogar über die einzelne Organisation hinausgehen.

    Um hier neue Erkenntnisse zu gewinnen, wenden wir in dieser Studie  den Netzwerk-Governance-Ansatz auf die Vorstands- und Ausschussstruktur globaler Gesundheitspartnerschaften wie The Global Fund oder GAVI an. Diese supranationalen Organisationen sind ein relativ neues Phänomen im Bereich Nonprofit Organisationen, in der Hinsicht, dass sie Partner aus Wirtschaft, Nonprofit und Staat verbinden. Da der primäre Zweck der Organisation die Verbindung verschiedener Interessengruppen ist, ist Governance entscheidend für die Effektivität und den Erfolg dieser Netzwerke (Provan & Milward, 1995).

    Unsere Forschungsfragen sind:

    • Wie ist die Zusammensetzung des Boards in der Netzwerk-Governance strukturiert?
    • Was sind die Fähigkeiten von Netzwerk-Governance-Strukturen, Informationen zu transportieren und auszutauschen

    Um diese Fragen zu beantworten, haben wir Daten von insgesamt 523 Vorstands- und Ausschussmitgliedern von zehn globalen Gesundheitspartnerschaften gesammelt. Mit Hilfe der Netzwerkanalyse können wir zeigen, welche Akteure im Netzwerk am besten in der Lage sind, entweder Informationen über das Netzwerk zu versenden oder Informationen zu übertragen. Beide Kriterien sind wichtig, um die Gesamtstruktur des Netzwerks zu bewerten.

    Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass über die zehn globalen Gesundheitspartnerschaften hinweg ein einziges Netzwerk entsteht, wenn man die Ebene der Gremien und Ausschüsse betrachtet. Damit erfüllen diese eine wichtige Rolle als Informationshändler in einem globalen Netzwerk. In einer detaillierteren Perspektive nehmen einige Akteure eine sehr zentrale und einflussreiche Rolle für den Informationsfluss des Netzwerks ein. Andere Organisationen wiederum gewinnen als sogenannte Gate-Keeper an Einfluss, da sie die einzige Verbindung zwischen dem Netzwerkcenter und einem weiteren Cluster darstellen. Die bisherigen Befunde zeigen daher bereits verschiedene Rollen und Einflussmöglichkeiten in einem Netzwerk-Governance-System auf.

    Publikationen:

    • Perez, M. (2017): Transaction Cost Perspectives on Cooperation: A Study of Hybrids Through Foundations Lobbying in the EU, in: VOLUNTAS, 2017, online first: doi: 10.1007/s11266-017-9928-z

    Projektstart: Juli 2012
    Projektende: September 2018
    Kontakt: Steffen Bethmann
    Partner: Centrum für Soziale Investitionen und Innovation (CSI), Universität Heidelberg

    Zwischen dem Anspruch der Stiftungen, Treiber und Initiator von sozialen Innovationen zu sein und der eigentlichen Auseinandersetzung mit dem Konzept und dem Prozess von sozialen Innovation klafft ein grosse Lücke. In der sozialwissenschaftlichen Literatur lässt sich jedoch in den letzten Jahren eine verstärkte Anstrengung erkennen, soziale Innovation als eigenständigen Forschungsbereich zu etablieren. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es möglich geworden, die Rolle von Stiftungen als soziale Innovatoren kritisch zu hinterfragen. Das Forschungsprojekt geht in diesem Zusammenhang der Frage nach, inwieweit Stiftungen die Treiber und Unterstützer von sozialen Innovationen sein können.

    Dabei werden in einem ersten Schritt die Funktionen von Stiftungen in der Gesellschaft und ihre Rolle im Wohlfahrtsstaat betrachtet. Danach wird der Begriff soziale Innovation konzeptionalisiert und theoretisch fundiert. Anschliessend folgt eine Übertragung der Erkenntnisse auf die Strategien, die Stiftungen verfolgen, um positiven sozialen Wandel zu erzeugen. Zum Abschluss des Beitrags werden Voraussetzungen einer Stiftungsstrategie aufgezeigt, die es ermöglicht, soziale Innovationen zu initiieren und zu fördern.

    Publikation:

    Projektstart: November 2015
    Projektende: Dezember 2017
    Kontakt:
    Dr. Marybel Perez

    Ziel des Projekts ist es zu erklären, wie sich Stiftungen in politische Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene einbringen. Das Projekt startet mit einer Analyse des europäischen Transparenzregisters, um zu zeigen, welche Stiftungstypen an welchen EU-Konsultationen teilnehmen, an welcher Art von Konsultationsprozessen sie besonders interessiert sind und welche Politik die Stiftungen am meisten anzieht.

    Projektstart: Januar 2013
    Projektende: April 2016
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Die vergangenen, turbulenten Jahre an den Finanzmärkten haben viele Stiftungen zur Überprüfung ihrer Anlagestrategie veranlasst. Angesichts sinkender Renditen werden Anlagestrategien gesucht, welche die effektive Zweckumsetzung begünstigen. Alternativ zu reinen renditeorientierten Anlagestrategien ermöglicht Mission Investing (MI) bzw. Mission-Related Investing (MRI) die Umsetzung des Stiftungszwecks bereits während der Investitionsphase positiv zu unterstützen. Die Aufhebung der Trennung von Anlage- und Förderpolitik soll die Abhängigkeit von Erträgen aus Finanzanlagen reduzieren.

    MI als Oberbegriff umfasst und überschneidet sich mit einer Vielzahl von weiteren wertbasierten Anlagekonzepten (wie beispielsweise Socially Responsible Investing (SRI) oder Impact Investing). Diese Vielzahl an Konzepten und das Fehlen einer global anerkannten Begriffsdefinition von MI erschwert die fachliche Diskussion deutlich. Zudem ist die ökonomische Legitimation derartiger Anlagestrategien aufgrund mangelhafter Instrumente zur Wirkungsmessung schwierig. Auch ist die empirische Erforschung der praktischen Implementierung durch gemeinnützige Organisationen noch mangelhaft. Das Interesse am Thema seitens Stiftungen und Finanzdienstleistern steigt jedoch stetig, weshalb eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit MI notwendig ist.

    Schwerpunkt dieses Forschungsprojektes ist es, mit Hilfe finanzmarkttheoretischer Methoden messbare Kriterien zu definieren, anhand welcher die adäquate Umsetzung von MI bei Stiftungen gerechtfertigt und evaluiert werden kann. Dabei soll ebenfalls der Frage nachgegangen werden, wie ein Trade-off zwischen rendite- und zweckorientierten Anlagestrategien zu beurteilen ist.

    Publikationen:

    • Fritz, T.; von Schnurbein, G. (2013). "Mission Related Investing bei Schweizer Förderstiftungen". In: von Schnurbein, G.; Egger, Ph. (Hrsg.). Innovation statt Stagnation, Foundation Governance Bd. 10, Verlag Helbing Lichtenhahn
    • Fritz, T. (2016). Mission Investing. Four Essays on Mission-based Investment Strategies in the Context of Nonprofit Organizations.

    Weitere Unterlagen:

    Projektstart: März 2013
    Projektende: Januar 2014
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Das Forschungsprojekt "Generous People" ist eine komparative Studie über das Spenderverhalten in über 20 Ländern. Das CEPS ist verantwortlich für die Schweiz. Für jedes Land wird zuerst ein geschichtlicher Überblick über gemeinnütziges Handeln vorgestellt. Anschliessend wird mit Hilfe von multivariaten Analysen das Spenderverhalten erklärt. Anhand von logistischen Regressionen wird der Einfluss mehrerer Variablen auf sekuläre und religiös motivierte Spenden gemessen. Zusätzlich wird mit Hilfe einer Tobit Regression getestet, welchen Einfluss die gleichen Variablen auf die Höhe der Spenden haben. Die Ergebnisse werden in einem Sammelband zusammengefasst.

    Publikationen:

    • Wiepking, P.; Handy, F. (2015). The Palgrave Handbook of Global Philanthropy. Palgrave Macmillan. Hampshire, England.

    Projektstart: Januar 2014
    Projektende: Dezember 2015
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Im Rahmen ihrer Corporate Citizenship und als Instrument des gemeinnützigen Engagements gründen viele Unternehmen Stiftungen mit gemeinnützigen Zwecken. Diese unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von den klassischen Förderstiftungen. Erstens bleibt die Unternehmung als Stifterin im Gegensatz zu Individuen dauerhaft erhalten und es besteht ein langfristiger Einfluss. Zweitens wird die Firmenstiftung i.d.R. nicht mit einem umfangreichen Stiftungsvermögen ausgestattet, sondern jährlich alimentiert, was die Abhängigkeit zum Unternehmen erhöht. Drittens stellt sich immer wieder die Frage, welche inhaltlichen Bezüge zwischen dem unternehmerischen Kerngeschäft und dem gemeinnützigen Engagement der Stiftung sinnvoll, zulässig und effizient sind.

    In mehreren Einzelprojekten setzt sich das CEPS – in Kooperation mit internationalen Partnern – mit der Frage von Management und Governance der Firmenstiftungen auseinander. Dabei wird explizit die Perspektive der Stiftung eingenommen, da die bestehende Literatur weitgehend die Thematik  aus der Perspektive des Unternehmens analysiert.

    Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses:

    • Ist Corporate Philanthropy Teil von Corporate Social Responsibility (CSR)?
    • Stiftet der shared-value-Ansatz den grösstmöglichen gesellschaftlichen Nutzen aus der Stiftungstätigkeit?
    • Wie wirkt sich die Beziehung zum Unternehmen auf die Governance der Firmenstiftung aus?

    Der Begriff der Firmenstiftung wurde gewählt, um Verwechslungen mit dem rechtlichen Verständnis von Unternehmensstiftungen (Stiftungen, die ein Unternehmen besitzen oder führen) zu vermeiden.

    Publikationen: 

    Projektstart: 2009
    Projektende: Juni 2015
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein
    Förderpartner: Stiftung Mercator Schweiz

    Anders als in privaten Unternehmen, gestaltet sich die Wirkungsmessung in NPO, wegen der Art der Messobjekte und -ziele, schwierig. In Förderstiftungen stellt die trilaterale Förderstruktur für die Erfolgsmessung eine zusätzliche Herausforderung dar. Das heisst, dass Förderstiftungen nicht direkt Projekte ausführen, sondern eine Organisation oder Person unterstützen, die ihrerseits operativ tätig wird. Eine Förderstruktur schliesst demnach mindestens immer eine Förderstiftung, eine operativ tätige NPO und einen oder mehrere Leistungsempfängerinnen und -empfänger mit ein.

    Das von der Stiftung Mercator Schweiz geförderte Forschungsprojekt Foundation Evaluation untersucht die Möglichkeit der Messung in solchen trilateralen Projektförderungen. In einem ersten Schritt wird das Modell der trilateralen Evaluationssituation entworfen und anhand von Governance-Theorien wie der Prinzipal-Agenten-Theorie, der Theorie der Supererogation und der Vertrauenstheorie diskutiert.

    In einem zweiten Schritt werden aus der Anwendung genannter Governance-Theorien an das Modell Hypothesen abgeleitet, die mit Hilfe eines Strukturgleichungsmodells geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Studie liegt auf der Analyse der Korrelation zwischen der Anwendung von Governance-Instrumenten und der Beziehungsqualität und dessen gemeinsamen Einfluss auf den Projekterfolg. Als Ergebnis der Forschungsarbeit wird ein besseres Verständnis der Wirkungsweisen von Stiftungen in der Schweiz und Handlungsanweisungen zur Wirkungsmessung erwartet.

    Publikationen:

    • Wyser, R. (2016). Evaluation von Förderprojekten. Governance-Analyse einer spezifischen Evaluationssituation unter Anwendung der Prinzipal-Agenten- und der Vertrauenstheorie, BoD.
    • von Schnurbein, G. / Wyser, R. (2012). Governance-Beziehungen in einer trilateralen Evaluationssituation. In: Gmür, M.; Schauer, R.; Theuvsen, L. (Hrsg.). Performance Management in Nonprofit-Organisationen, VMI, Haupt, Bern.

    Projektstart: September 2012
    Projektende: September 2014
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein
    Projektpartner: Freie Universität Amsterdam, ERNOP
    Förderpartner: EU-Kommission, Gebert Rüf Stiftung

    Die Finanzierung von Forschung an Hochschulen wird in weiten Teilen der Politik und der Gesellschaft in der Schweiz nachwievor als staatliche Aufgabe verstanden. Die staatliche Grundfinanzierung der Hochschulen ist im Verhältnis der Gesamtbudgets jedoch rückläufig und wird durch staatliche und private Wissenschaftsförderung auf Grundlage von Forschungsanträgen und Leistungsbewertungen ergänzt. Neben den umfangreichen Fördertöpfen der EU und des Schweizerischen Nationalfonds erhält die private Wissenschaftsförderung durch Mäzene, Stiftungen und Unternehmen immer mehr Aufmerksamkeit. Neben öffentlichkeitswirksamen Grossspenden wie dem Adolphe Merkle Institut an der Universität Fribourg oder kürzlich der „UBS Foundation of Economics in Society“ an der Universität Zürich gibt es eine grosse Zahl von privaten Stiftungen, die Mittel für Forschung und Studium an Hochschulen bereitstellen. Allerdings fehlt bisher eine wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung über deren Anzahl, finanzielle Mittel, inhaltliche Zwecke oder die Art und Weise der Wissenschaftsförderung. Schlüssige Aussagen über das Potenzial der privaten Wissenschaftsförderung und über deren zukünftige Entwicklung lassen sich ohne eine solide Datengrundlage aber nicht treffen. Mit dieser Situation steht die Schweiz nicht alleine da. Deshalb hat die EU-Kommission eine Studie in Auftrag gegeben, in allen EU-Ländern die Stiftungen der privaten Wissenschaftsförderung zu erfassen. An diesem Projekt („Tender Study on Foundations Supporting Research and Innovation in the EU“) ist das CEPS mit einer Schweizer Länderstudie beteiligt.

    Darüber hinaus will das CEPS eine vertiefte und fundierte Analyse der Bedeutung der privaten Wissenschaftsförderung durch Stiftungen in der Schweiz durchführen. Es soll erstens eine vollumfassende deskriptive Erfassung der Wissenschaftsförderung durch Stiftungen erfolgen, zweitens die Situation in der Schweiz mit anderen europäischen Ländern verglichen werden und drittens interdisziplinär die Chancen und Herausforderungen für eine weitere Entwicklung der privaten Wissenschaftsförderung erörtert werden. Die Ergebnisse fliessen in die europäische Vergleichsstudie ein und bilden den Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre Analyse der gesellschaftlichen, bildungspolitischen und wirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen der privaten Wissenschaftsförderung. Neben der EU-Kommission wird das Projekt massgeblich durch einen Förderbeitrag der Gebert Rüf Stiftung finanziert.

    Publikationen:

    Projektstart: April 2010
    Projektende: März 2014
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Mehr als ein Drittel der Arbeitsstunden im NPO-Sektor werden durch Freiwillige getätigt. Eine gezielte Koordination von Freiwilligen trägt dazu bei, den Beitrag der Freiwilligen zur Zielerreichung von NPO zu optimieren. Bisher hat vor allem der Transfer von Praktiken aus dem klassischen Human Resource Management (HRM) in die Literatur zur Freiwilligenkoordination Einzug gefunden.

    Dieser «funktionale Freiwilligenkoordination» aus dem klassischen HRM wird im CEPS Projekt neu die «interaktionalen Freiwilligenkoordination» gegenübergestellt. Die interaktionale Freiwilligenkoordination positioniert die Freiwilligen als eigene Anspruchsgruppe in der Organisation und vermittelt zwischen den Freiwilligen und anderen Anspruchsgruppen, insbesondere den bezahlten Mitarbeitenden.

    Nach intensiver Literaturanalyse und 22 problemzentrierten Interviews wurden Daten aus einer Erhebung bei rund 400 NPO anhand multivariater Analysemethoden ausgewertet. Dabei konnten sieben Dimensionen der interaktionalen Freiwilligenkoordination identifiziert werden: Interessensausgleich & Überzeugung, Partizipation & Mitbestimmung, Strategisches Commitment, Koordination über Organisationsgrenzen hinaus, Rollenklarheit, Teamgeist bei den bezahlten Mitarbeitenden sowie Respekt & informelle Wertschätzung. Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen diesen Dimensionen und dem erwünschten Outcome der Freiwilligenkoordination. Es zeigt sich, dass die interaktionale Freiwilligenkoordination die HRM Instrumente entscheidend ergänzt. Weitere Organisationsmerkmale wurden als Rahmenbedingungen in die Analyse mit einbezogen, wobei sich insbesondere die Ressourcen für die Freiwilligenkoordination (Zeit, Know-How) und zufriedenheitsfördernden Jobeigenschaften als zielführend erwiesen.

    Publikationen:

    • Studer, S. (2016). Volunteer management: responding to the uniqueness of volunteers. Nonprofit & Voluntary Sector Quarterly. Nonprofit & Voluntary Sector Quarterly.
    • Studer, S. (2013). Integrierte Freiwilligenkoordination: Ein Leitfaden für Schweizer NPO. CEPS Forschung & Praxis Bd. 9. Basel: CEPS.
    • Studer, S. / von Schnurbein, G. (2013). Organizational factors affecting volunteers: A literature review on volunteer coordination. VOLUNTAS: International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations, 24(2), 403-440.
    • Studer, S. / von Schnurbein, G. (2012). Volunteers as a unique organizational resource: Conceptualizations in practice and management responses - Lessons from Switzerland. International Journal of Volunteer Administration, 19(2), 40-51.

    Projektstart: Juni 2009
    Projektende: Juni 2011
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Das Management von NPO hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt und professionalisiert. Daher ist es an der Zeit zu überprüfen, welchen Einfluss unterschiedliche Management-Dimensionen auf den Erfolg einer Organisation haben und welche Kriterien die Gestaltung der einzelnen Management-Dimensionen beeinflussen.

    Zu diesem Zweck wurde eine quantitative Erhebung bei Schweizer Nonprofit-Organisationen durchgeführt, die ein Gütesiegel haben. Damit sollte gewährleistet werden, dass nur Organisationen erfasst werden, die einen gewissen Professionalisierungsgrad erreicht haben und zudem auf Fundraising angewiesen sind. Insgesamt haben von 520 angeschriebenen Organisationen 180 geantwortet, was eine erfreuliche Rücklaufquote von 34,6% ergibt. Die Ergebnisse der Studie wurden im Lauf des Jahres 2010 auf wissenschaftlichen Konferenzen vorgestellt.

    Projektstart: Juli 2010
    Projektende: März 2011
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein
    Partner: Prof. Dr. Daniel Zöbeli, Prof. Dr. Claus Koss

    Seit der Einführung von Swiss GAAP FER 21 für spendenorientierte NPO im Jahr 2002 hat sich die Rechnungslegung im Nonprofit-Sektor der Schweiz weiterentwickelt und professionalisiert. Zunehmend wurde die Anwendung dieser Fachempfehlungen allen NPO nahe gelegt, so auch im Swiss Foundation Code 2009 für die Förderstiftungen. Im Herausgeberband Foundation Governance Bd. 8 werden erstmals die wesentlichen Themen zur Rechnungslegung und Revision von Förderstiftungen eingehend dargestellt. Die Beiträge von elf Autorinnen und Autoren vermitteln aus betriebswirtschaftlicher und aus rechtlicher Perspektive Best-Practice-Beispiele und Vorgehensweisen, wie Förderstiftungen ihre Rechnungslegung und Revision ordnungsgemäss und nachvollziehbar gestalten können.

    Publikation:

    • Egger, Ph.; von Schnurbein, G.; Zöbeli, D.; Koss, C. (Hrsg.). Rechnungslegung und Revision von Förderstiftungen – Handlungsempfehlungen für die Praxis, Foundation Governance Bd. 8, Basel: Verlag Helbing Lichtenhahn, 2011.

    Projektstart: 2009
    Projektende: 2010
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Venture Philanthropy setzt sich aus den Begriffen Venture Capital (ausserbörsliche Beteiligung an Risikounternehmen) und Philanthropie (private freiwillige Handlung für einen gemeinnützigen Zweck) zusammen. Philanthropische Zwecke können nicht nur durch Spenden, sondern beispielsweise auch durch Ausgabe von Darlehen oder die Beteiligung am Eigenkapital von gemeinnützig tätigen Gesellschaften verfolgt werden.
    Venture Philanthropy zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass den Unterstützten auch Netzwerke, Beratung und Kontakte zur Verfügung gestellt werden. Die Stiftung respektive ihre Organe nehmen Einsitz in verschiedene Gremien, coachen und betreuen die Unterstützten und werden in wichtige Entscheide einbezogen. Stiftungen nehmen somit eine aktivere Rolle ein. Daher wird anstelle von Venture Philanthropy unter anderem auch der Ausdruck «high-engagement philanthropy» verwendet.

    In der Schweiz fehlte bisher eine juristische Aufarbeitung der Fragen, welche sich im Zusammenhang mit der Venture Philanthropy stellen. Das Forschungsprojekt hat einen  Beitrag geleistet, diese Lücke zu schliessen. Es untersuchte mit Bezug auf die verschiedenen Finanzierungsformen, inwiefern ein intensiveres Engagement von Stiftungen unter Schweizer Recht zulässig ist.

    Der Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Darstellung der haftungsrechtlichen Konsequenzen, welche sich für Schweizer Stiftungen sowie deren Organe ergeben. Dabei wurde aufgezeigt, auf welche Punkte die Involvierten bei der «high-engagement philanthropy» achten müssen, um einer allfälligen Haftung zu entgehen.

    Publikationen:

    • Schönenberg, D.: Venture Philanthropy. Zulässigkeit und haftungsrechtliche Konsequenzen für Schweizer Stiftungen und deren Organe, Basel: Helbing Lichtenhahn Verlag, 2011
    • Schönenberg, D.: Venture Philanthropy - Haftung von Stiftungen für Strategieberatung am Beispiel des Schweizer Rechts, in: Non Profit Law Yearbook 2010|2011, Das Jahrbuch des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen, 2011, S. 137 - 158

    Projektstart: Juni 2009
    Projektende: Juni 2011
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    Vereine und Stiftungen sind die gängigen Rechtsformen gemeinnütziger Organisationen, wobei wesentliche Unterschiede sowohl unter rechtlichen wie auch unter Governance-Aspekten bestehen. Obwohl es in der Schweiz wesentlich mehr Vereine als Stiftungen gibt, lässt sich in den letzten Jahren ein Trend zu Stiftungen nachweisen. Dabei handelt es sich nicht immer um Neugründungen, sondern auch um Transformationen von Vereinen zu Stiftungen.
    In diesem Forschungsprojekt wurden die Folgen von Transformationen aus juristischer und betriebswirtschaftlicher Perspektive untersucht. Aus rechtlicher Sicht stellte sich aufgrund der Mitgliederlosigkeit die elementare Frage, wie die Rechte der ehemaligen Vereinsmitglieder gewahrt werden können und wie sich die Transformation auf die Kontrolle und Verantwortlichkeit ausübt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wurde analysiert, wie sich die Transformation auf die fünf Bereiche des strategischen Managements (Organisation, Führung, Willensbildung/-sicherung, Steuerung und Innovation) auswirken.
    Zielsetzung dieses Projekts war es, effiziente Vorgehensweisen für Transformationen zu ermitteln und Faktoren zu erarbeiten, die Hinweise auf den Nutzen und die Durchführbarkeit einer Transformation geben.

    Publikationen:

    • von Schnurbein, G. / Schönenberg, D.: Legal Forms of Civil Society Organizations as a Governance Problem: The Case of Switzerland, in: International Journal of Not-for-Profit Law, Vol. 12, Nr. 3, 2010, S. 90-101
    • Schönenberg, D. / von Schnurbein, G.: Transformation vom Verein in eine Stiftung: Juristische und betriebswirtschaftliche Folgen, in: Jusletter 7. September 2009
    • von Schnurbein, G. / Schönenberg, D.: Transformationen von Vereinen zu Stiftungen in der Schweiz, in: Stiftung & Sponsoring, Nr. 5/09, S. 30-31
    • Schönenberg, D.: Transformation vom Verein in eine Stiftung im Schweizer Recht, in: Zeitschrift für das Recht der Non Profit Organisationen, Heft 3/2009, S. 64-67

    Projektstart: Januar 2008
    Projektende: März 2010
    Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

    In den letzten Jahren sind in vielen Ländern zumeist mehrere Governance Kodizes für Nonprofit-Organisationen entstanden. Für die Schweiz  und Deutschland konnten insgesamt 15 Nonprofit Governance Kodizes festgestellt werden.

    Die Vielzahl der Nonprofit Governance Kodizes gibt Anlass, die bestehenden Kodizes einer genaueren Analyse zu unterziehen um Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen. Dabei richtet sich der wissenschaftliche Fokus dieses Projektes insbesondere auf die inhaltliche Gestaltung und den Verfasserkreis der einzelnen Kodizes. Im Zentrum stehen die folgenden wissenschaftlichen Fragestellungen:

    1. Welche unterschiedlichen inhaltlichen Ausprägungen lassen sich zwischen einzelnen Governance-Kodizes feststellen?
    2. Welchen Einfluss hat der Verfasserkreis des Kodex auf seine inhaltliche Ausrichtung?

    Publikationen:

    • Philanthropie Aktuell 1/2011
    • von Schnurbein, G. / Stöckli, S.: Die Gestaltung von Nonprofit Governance Kodizes in Deutschland und der Schweiz – eine komparative Inhaltsanalyse, in: Die Betriebswirtschaft, Vol. 70, Heft 6, 2010, S. 493-509