Forschungsprojekte

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen die aktuellen Forschungsprojekte des CEPS sowie Projekte, die wir in der Vergangenheit realisiert haben.

Projektstart: Juli 2014
Projektende: Dezember 2018
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Nonprofit-Organisationen (NPO) obliegen in ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Sachzieldominanz. Sie streben nach der Erfüllung von Werten und inhaltlichen Zielen, welche sich direkt aus ihrer Mission ableiten. Dies bedeutet, dass das Generieren von Einkommen lediglich indirekt, also instrumentell zur Zielerreichung dient, jedoch für das Überleben der Organisation unerlässlich ist. Dabei agieren NPO nicht nur im Spannungsfeld zwischen Zweckerfüllung und finanziellem Erfolg, sondern auch zwischen Staat und Privatwirtschaft. Daraus folgt, dass die Einnahmequellen von NPO häufig nicht mit denjenigen von privatwirtschaftlichen Organisationen übereinstimmen und eine andere (Zeit-)Struktur von Mittelflüssen aufweisen. Die Anwendung von herkömmlichen, etablierten Kennzahlen zur Messung der finanziellen Stabilität und Vielfalt (sprich der finanziellen „Gesundheit“ der Organisation) aus dem Bereich der for-profit Organisationen ist somit nicht angebracht.

Dieses Thema wird anhand verschiedener Forschungsdesigns untersucht. Zunächst wird basierend auf ähnlichen Untersuchungen aus den USA die finanzielle Stabilität und Vielfalt von NPO erforscht. Wir gehen der Frage nach, wie sich die Einkommensströme (Spenden, Staatsbeiträge und eigene Erträge) spendensammelnder NPO in der Schweiz seit 2005 verändert haben. Nach wie vor ist sich die wissenschaftliche Literatur nicht einig, ob eine höhere Diversifikation oder die Konzentration auf eine Einkommensquelle lohnenswerter ist. Weiter wird das strategische Management von Finanzierungsquellen untersucht. Klassische Forschung zur Finanzierung gründet häufig ausschliesslich auf Finanzzahlen. Diese Forschungslücke soll mittels Datentriangulation anhand von Fallstudien bearbeitet werden.

Die Resultate der Studie sollen Einblick in die finanzielle Entwicklung von Schweizer NPO und daraus abgeleitet praktische Implikationen bezüglich der strategischen Ausrichtung und Positionierung von spendensammelnden NPO geben.

Projektstart: Juli 2015
Projektende: Mai 2018
Kontakt: Theresa Gehringer
Partner: Rotterdam School of Managment, Erasmus University Rotterdam

Die Forschung über Stiftungen als philanthropische Institutionen hat in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht. Ein besonderer Typ von Stiftungen wurde dabei jedoch nur wenig beachtet: Die Corporate Foundations. Dies sind Stiftungen mit eigener Rechtspersönlichkeit, die von Unternehmen zur Ausübung philanthropischer Aktivitäten gegründet werden. Sie operieren an der Grenze zwischen zwei institutionellen Logiken: Zum einen der marktwirtschaftlichen Ausrichtung des Unternehmens, welches auf das Erzielen von Profiten ausgerichtet ist. Zum anderen folgen Stiftungen als Organisationen des Dritten Sektors einer Sachzieldominanz, die auf die Förderung gemeinnütziger Ziele ausgerichtet ist.  Aus diesem Spannungsfeld ergeben sich für die Forschung mehrere Fragestellungen in Bezug auf die komplexe Beziehung zwischen dem Unternehmen und der Stiftung.

Das CEPS kooperiert mit der Rotterdam School of Management in einem grösseren Forschungsprojekt, um dem Forschungsdesiderat in Bezug auf Corporate Foundations entgegenzuwirken. Ziel ist es, in einem Herausgeberband eine umfassende Übersicht über den Stand der Forschung zu präsentieren und das Forschungsfeld weiter zu entwickeln. Dazu wurden über 14 Autoren aus Europa, Amerika, China, Australien und Russland eingeladen. Zusätzlich zum wissenschaftlichen Beitrag soll das Projekt auch einen Nutzen für Praktiker haben. Aus den Studien werden Workshops und Leitfäden erarbeitet, mit dem Ziel, Stiftungsräte und Geschäftsführer in der Governance und im Management der Corporate Foundations zu unterstützen.

Publikation:

Projektstart: 2017
Projektende: 2019
Kontakt: Dr. Oto Potluka

Das Projekt soll dazu beitragen, aktuelle und zukünftige Probleme der kulturellen und sozialen Integration anzugehen, die durch das unvorhergesehene Ausmass des demographischen Wandels und die wachsende Stadtbevölkerung verursacht werden. Wir argumentieren, dass diese Probleme durch qualifizierte Führung von Einwohnern überwunden werden können, die sich freiwillig für gemeinnützige Aktivitäten in Kulturprogrammen und im öffentlichen Raum engagieren. Unser Projekt konzentriert sich daher auf die gründliche Analyse der aktuellen Rolle, Wirkung und Herausforderungen von Führungskräften von Nonprofit-Organisationen (NPO). Die Studie soll Erkenntnisse über wirksame Maßnahmen und nützliche Strategien für Bottom-up-Lösungen für eines der bedeutendsten Probleme im heutigen Europa liefern.

Die Verwaltung von Städten, die Veränderungen in ihrer Bevölkerungsstruktur durchlaufen, ist ein komplexes Problem und erfordert soziale Innovationen, die Lösungen für das Entstehen unerwarteter sozialer Spannungen bieten. In diesem Prozess können NPO und das freiwillige Engagement der Bürger eine wichtige Rolle bei der Lösung solcher Probleme spielen, aber dazu müssen sie sich von der Führung auf individueller und kollektiver Ebene leiten lassen. Der Kern unseres Forschungsprojektes untersucht die Mechanismen zur Erreichung einer solchen Führung.

Auf der Grundlage der Daten identifizieren wir die besten Führungsstrategien. Diese stehen im Zusammenhang mit den erfolgreichsten Ergebnissen im öffentlichen Raum und der sozialen Integration. Diese Erkenntnisse werden es uns ermöglichen, Führungsmodelle zu entwerfen, die darauf abzielen, soziale Spannungen so weit wie möglich abzubauen und nachhaltige öffentliche Räume zu entwickeln. 

Publikationen:

  • Potluka, O. / Kalman, J. / Musiałkowska, I. / Idczak, P. (2018, forthcoming). Civic Engagement in Local Politics in Central Europe. In R. Kerley, P. T. Dunning & J. Liddle (Eds.), The Longman Handbook on International Local Government. Abingdon: Routledge.
  • Potluka, O. / Kalman, J. / Musiałkowska, I. / Idczak, P. (2017). Non-profit leadership at local level: Reflections from Central and Eastern Europe. Local Economy, 32(4), 297–315. doi: 10.1177/0269094217707281.
  • Potluka, O. / Spacek, M. / Remr, J. (2017). Non-governmental Organizations as Partners: Obstacles in the EU Cohesion Policy? Ekonomický časopis, 65(80), 715-736.

Projektstart: April 2016
Projektende: 2019
Kontakt: Sophie Hersberger

Sobald Nonprofit-Organisationen (NPO) Dienstleistungen anbieten, Preise festsetzen oder Ressourcen akquirieren sehen sie sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie For-Profit-Unternehmen: Sie müssen sich an den Bedürfnissen ihrer Stakeholdergruppen orientieren und diese Bedürfnisse stillen. Im Falle von For-Profit-Unternehmen ist, wie das Sprichwort sagt, der Kunde König. Doch NPO sehen sich einem viel komplexeren Kreis von Märkten und Anspruchsgruppen gegenüber. Sie orientieren sich nicht nur an Klienten oder Kunden, die oftmals in verschiedene Untergruppen eingeteilt werden können, sondern müssen den Anforderungen der Geldgeber und Förderer gerecht werden, den Massstäben der Aufsichtsbehörden oder Richtlinien des Staats entsprechen, oftmals freiwillige Mitarbeitende rekrutieren und managen und sich gleichzeitig um ihre öffentliche Wahrnehmung, kosteneffiziente Ressourcenbeschaffung und Wettbewerber oder Partner aus dem öffentlichen, privaten und Nonprofit-Sektor kümmern. Und dies alles bei einer zunehmenden Knappheit oder Stagnation von öffentlichen Geldern und einer wachsenden Anzahl an NPO.

Diese zunehmende «Marketization» von NPO wird von vielen Forschern kritisiert, jedoch fehlt bisher ein empirisch gestütztes Konzept zur Messung der Marktorientierung von NPO. Aufgrund der Sachzieldominanz und der komplexen Stakeholder-Strukturen von NPO ist die Übertragung eines Marktorientierungskonzepts aus der Privatwirtschaft, wie z.B. MARKTOR oder MKTOR nicht zufriedenstellend. Viele NPO haben eine stark nach innen gerichtete Management-Perspektive, die davon ausgeht, dass die Organisation am besten weiss, was die Klienten brauchen. Die Bedürfnisse des Marktes werden damit nicht berücksichtigt oder gestillt. Die Beurteilung der Marktorientierung vieler NPO beruht daher weitgehend auf Selbsteinschätzung ohne eine direkte Vergleichsmöglichkeit mit anderen Organisationen.

Das Ziel der Dissertation ist es diese Forschungslücke zu schliessen und ein Verständnis der Interaktionen von Nonprofit-Organisationen und ihren Stakeholder-Gruppen zu schaffen. Dazu wird in einem ersten Schritt das Markt-Umfeld einer Organisation modelliert und in Theorien der Entstehung von Nonprofit-Organisationen eingeordnet. In einem weiteren Schritt wird die Marktorientierung von Nonprofit-Organisationen verschiedener Sektoren empirisch untersucht und mit Performance-Variablen verknüpft, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie sich Marktorientierung auf die Leistung einer Nonprofit-Organisation auswirkt. Diese Untersuchung soll die bestehende Nonprofit-Fachliteratur um eine theoretische und empirische Analyse dieses Themas ergänzen, da bisher noch keine umfassende Forschung dazu betrieben wurde. Andererseits sollen die Ergebnisse Praktikern helfen, ihre Managementkultur so auszurichten, dass die Bedürfnisse der wichtigen Stakeholder ihrer Organisation wirklich gestillt werden. Ein besseres Verständnis von Marktorientierung und deren Auswirkungen im Nonprofit-Kontext kann Auswirkungen auf die Performance und Strategie einer Organisation haben.

Projektstart: Februar 2016
Projektende: 2019
Kontakt: Sara Stühlinger

Die Ökonomisierung gesellschaftlicher Bereiche hat in den letzten Jahren zugenommen. Diese Tendenz ist auch im Nonprofit-Sektor zu beobachten. So wird beispielsweise bei philanthropischem Engagement zunehmend von Investitionen und immer weniger von Gaben gesprochen und die Grenze zwischen Anlage- und Fördermanagement verliert an Klarheit.

Diese Entwicklungen tangieren NPO, sowohl als Investoren, als auch als Kapitalnehmer. Einerseits stellt sich die Frage, wie NPO als Investoren ihr Vermögen anlegen können, ohne damit in Konflikt mit ihrem Sachziel zu geraten und welche Rolle dabei Finanzintermediäre spielen. Andererseits fordern Trends wie Impact Investing eine Diskussion der klassischen Finanzierungformen von NPO und der zukünftigen Rolle von NPO als Investitionsobjekte.

Das Thema der Investitionen ist indessen nicht nur in der Aussen-, sondern auch in der Innenfinanzierung für NPO relevant. Aufgrund der Sachzieldominanz und der nicht schlüssigen Tauschkanäle unterliegt die Effizienz von NPO einer erhöhten Aufmerksamkeit und kann nicht direkt über den Markt eruiert werden. Dieser Effizienzdruck führt zum unerwünschten Nebeneffekt der Unterinvestitionen. Die Erforschung dieser verschiedenen Fragestellungen erfolgt anhand von empirischen Analysen. Dafür werden sowohl finanzielle, als auch weitere Merkmale von NPO und Investitionseinheiten erhoben.

Projektstart: Oktober 2015
Projektende: 2019
Kontakt: Theresa Gehringer

In der umfangreichen Literatur zur CSR spielt Philanthropie bisher nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund der Datenknappheit ist die empirische Forschung - bis auf wenige Ausnahmen - auf US-amerikanische Unternehmen und ihre philanthropischen Aktivitäten beschränkt. Dies ist das erste Forschungsprojekt, das alle drei Aspekte der Corporate Philanthropy in der Schweiz abdeckt: Corporate Giving, Corporate Volunteering und Corporate Foundations. Eine umfassende Studie zu diesem Thema mit Daten von schweizerischen Unternehmen und ihren Corporate Philanthropy Aktivitäten liegt bisher nicht vor.

Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist, ein besseres Verständnis der Beziehung und den Wechselwirkungen von CSR und Philanthropie zu entwickeln. Von besonderem Interesse ist, ob und wie Corporate Philanthropy Aktivitäten in einer win-win-Situation für Wirtschaft und Gesellschaft resultieren.

Zuerst wird ein umfassender Überblick über die verschiedenen Ausprägungen von Corporate Philanthropy in der Schweiz erstellt. Darüber hinaus werden die Zusammenhänge zwischen Corporate Philanthropy, CSR und Unternehmensprofitabilität mit Daten von in der Schweiz tätigen Unternehmen erforscht. Ausserdem werden Regeln und Kriterien definiert, um die Auswirkungen unternehmerischer philanthropischer Tätigkeiten auf die Einbettung des Unternehmens in der Zivilgesellschaft zu bewerten.

Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens werden einen bedeutenden Beitrag zur theoretischen Debatte über Corporate Philanthropy und das soziale Verhalten von Unternehmen leisten. Mit der Schweiz als Mini-Laboratorium und der Untersuchung des aktuellen Diskurses wird der Grundstein für eine eigenständige Theorie der Corporate Philanthropy gelegt.

Projektstart: Juni 2017
Projektende: Juni 2021
Kontakt: Nicholas Arnold

Seit rund zwei Jahrzehnten wächst das akademische Interesse an Kooperation zwischen Nonprofit-Organisationen (NPO) und Unternehmen, nicht zuletzt, weil die Zahl solcher Partnerschaften stetig steigt. In der Forschungsliteratur wird diese Form von Kollaboration generell positiv bewertet, sowohl was ihre Fähigkeit betrifft, Wert für die jeweiligen Partner zu stiften als auch der Gesellschaft als Ganzes zu dienen.

Der Fokus der bisherigen Forschung in diesem Bereich liegt allerdings mehrheitlich auf der Sicht der Unternehmen. Noch wenig erforscht ist hingegen die Sichtweise der NPO. An diesem Punkt setzt dieses Forschungsprojekt an, indem etwas folgende Fragen aufgeworfen werden:

  • Welche NPO suchen Partnerschaften mit Unternehmen?
  • Was sind die spezifischen Herausforderungen für NPO in solchen Partnerschaften und welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für NPO?

Mittels grossangelegten Befragungen und spezifischen Fallstudien wird im Rahmen dieses Projekts auf die vorangehenden Fragen eingegangen. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Theorie im Bereich Kooperation zwischen NPO und Unternehmen geleistet werden. 

Projektstart: Juli 2017
Projektende: Juli 2021
Kontakt: Alice Hengevoss

Die Zahl internationaler Nonprofit-Organisationen (INPO) nimmt weltweit stetig zu. In der Managementforschung ist dennoch relativ wenig über die Internationalisierung solcher Organisationen und die damit verbundenen Prozesse bekannt. Bisherige Modelle beschreiben hauptsächlich, welche Faktoren zu einer erfolgreichen Internationalisierung von For-Profit-Organisationen (FPO) zu berücksichtigen sind. Da sich NPO in ihrer zugrundeliegenden Motivation (Profitmaximierung vs. Maximierung gesellschaftlicher Wohlfahrt), ihrer gesellschaftlichen Rolle, ihrer Finanzierungsstruktur, den Kontrollmechanismen, und ihrer Marktorientierung wesentlich von FPO unterscheiden, gilt es ihren Internationalisierungsprozess separat zu betrachten. Dieses Projekt beschäftigt sich dementsprechend mit Markteintrittsentscheidungen und Internationalisierungsstrategien von NPO.

Ein bedeutender Teil der Managementforschung zu Internationalisierungs-Strategien basiert auf der Institutionstheorie. Die Theorie erklärt, wie das institutionelle Umfeld und dessen zugrundeliegenden Strukturen, Normen und Werte das Verhalten einer Organisation beeinflussen. Organisationen, die international tätig sind, sehen sich mit institutionellen Unterschieden konfrontiert, auf die es zu reagieren gilt. Der Eintritt in einen neuen Markt und damit in ein neues institutionelles Umfeld ist daher mit Transaktionskosten verbunden, die unmittelbar die Internationalisierungsstrategie der Organisation beeinflussen. Im Rahmen dieses Projekts werden die Transaktionskosten von NPO erfasst und analysiert, wie sich diese auf deren Markteintritt und die strategischen Entscheidungen auswirken. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie NPO-Internationalisierung erfolgreich gestaltet werden kann.

Projektstart: November 2015
Projektende: Dezember 2017
Kontakt: Marybel Perez

Ziel des Projekts ist es zu erklären, wie sich Stiftungen in politische Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene einbringen. Das Projekt startet mit einer Analyse des europäischen Transparenzregisters, um zu zeigen, welche Stiftungstypen an welchen EU-Konsultationen teilnehmen, an welcher Art von Konsultationsprozessen sie besonders interessiert sind und welche Politik die Stiftungen am meisten anzieht.

Projektstart: Juli 2012
Projektende: Mai 2018
Kontakt: Steffen Bethmann
Partner: Centrum für Soziale Investitionen und Innovation (CSI), Universität Heidelberg

Zwischen dem Anspruch der Stiftungen, Treiber und Initiator von sozialen Innovationen zu sein und der eigentlichen Auseinandersetzung mit dem Konzept und dem Prozess von sozialen Innovation klafft ein grosse Lücke. In der sozialwissenschaftlichen Literatur lässt sich jedoch in den letzten Jahren eine verstärkte Anstrengung erkennen, soziale Innovation als eigenständigen Forschungsbereich zu etablieren. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es möglich geworden, die Rolle von Stiftungen als soziale Innovatoren kritisch zu hinterfragen. Das Forschungsprojekt geht in diesem Zusammenhang der Frage nach, inwieweit Stiftungen die Treiber und Unterstützer von sozialen Innovationen sein können.

Dabei werden in einem ersten Schritt die Funktionen von Stiftungen in der Gesellschaft und ihre Rolle im Wohlfahrtsstaat betrachtet. Danach wird der Begriff soziale Innovation konzeptionalisiert und theoretisch fundiert. Anschliessend folgt eine Übertragung der Erkenntnisse auf die Strategien, die Stiftungen verfolgen, um positiven sozialen Wandel zu erzeugen. Zum Abschluss des Beitrags werden Voraussetzungen einer Stiftungsstrategie aufgezeigt, die es ermöglicht, soziale Innovationen zu initiieren und zu fördern.

Publikation:

Projektstart: Januar 2013
Projektende: April 2016
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Die vergangenen, turbulenten Jahre an den Finanzmärkten haben viele Stiftungen zur Überprüfung ihrer Anlagestrategie veranlasst. Angesichts sinkender Renditen werden Anlagestrategien gesucht, welche die effektive Zweckumsetzung begünstigen. Alternativ zu reinen renditeorientierten Anlagestrategien ermöglicht Mission Investing (MI) bzw. Mission-Related Investing (MRI) die Umsetzung des Stiftungszwecks bereits während der Investitionsphase positiv zu unterstützen. Die Aufhebung der Trennung von Anlage- und Förderpolitik soll die Abhängigkeit von Erträgen aus Finanzanlagen reduzieren.

MI als Oberbegriff umfasst und überschneidet sich mit einer Vielzahl von weiteren wertbasierten Anlagekonzepten (wie beispielsweise Socially Responsible Investing (SRI) oder Impact Investing). Diese Vielzahl an Konzepten und das Fehlen einer global anerkannten Begriffsdefinition von MI erschwert die fachliche Diskussion deutlich. Zudem ist die ökonomische Legitimation derartiger Anlagestrategien aufgrund mangelhafter Instrumente zur Wirkungsmessung schwierig. Auch ist die empirische Erforschung der praktischen Implementierung durch gemeinnützige Organisationen noch mangelhaft. Das Interesse am Thema seitens Stiftungen und Finanzdienstleistern steigt jedoch stetig, weshalb eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit MI notwendig ist.

Schwerpunkt dieses Forschungsprojektes ist es, mit Hilfe finanzmarkttheoretischer Methoden messbare Kriterien zu definieren, anhand welcher die adäquate Umsetzung von MI bei Stiftungen gerechtfertigt und evaluiert werden kann. Dabei soll ebenfalls der Frage nachgegangen werden, wie ein Trade-off zwischen rendite- und zweckorientierten Anlagestrategien zu beurteilen ist.

Publikationen:

  • Fritz, T.; von Schnurbein, G. (2013). "Mission Related Investing bei Schweizer Förderstiftungen". In: von Schnurbein, G.; Egger, Ph. (Hrsg.). Innovation statt Stagnation, Foundation Governance Bd. 10, Verlag Helbing Lichtenhahn
  • Fritz, T. (2016). Mission Investing. Four Essays on Mission-based Investment Strategies in the Context of Nonprofit Organizations.

Weitere Unterlagen:

Projektstart: März 2013
Projektende: Januar 2014
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Das Forschungsprojekt "Generous People" ist eine komparative Studie über das Spenderverhalten in über 20 Ländern. Das CEPS ist verantwortlich für die Schweiz. Für jedes Land wird zuerst ein geschichtlicher Überblick über gemeinnütziges Handeln vorgestellt. Anschliessend wird mit Hilfe von multivariaten Analysen das Spenderverhalten erklärt. Anhand von logistischen Regressionen wird der Einfluss mehrerer Variablen auf sekuläre und religiös motivierte Spenden gemessen. Zusätzlich wird mit Hilfe einer Tobit Regression getestet, welchen Einfluss die gleichen Variablen auf die Höhe der Spenden haben. Die Ergebnisse werden in einem Sammelband zusammengefasst.

Publikationen:

  • Wiepking, P.; Handy, F. (2015). The Palgrave Handbook of Global Philanthropy. Palgrave Macmillan. Hampshire, England.

Projektstart: Januar 2014
Projektende: Dezember 2015
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Im Rahmen ihrer Corporate Citizenship und als Instrument des gemeinnützigen Engagements gründen viele Unternehmen Stiftungen mit gemeinnützigen Zwecken. Diese unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von den klassischen Förderstiftungen. Erstens bleibt die Unternehmung als Stifterin im Gegensatz zu Individuen dauerhaft erhalten und es besteht ein langfristiger Einfluss. Zweitens wird die Firmenstiftung i.d.R. nicht mit einem umfangreichen Stiftungsvermögen ausgestattet, sondern jährlich alimentiert, was die Abhängigkeit zum Unternehmen erhöht. Drittens stellt sich immer wieder die Frage, welche inhaltlichen Bezüge zwischen dem unternehmerischen Kerngeschäft und dem gemeinnützigen Engagement der Stiftung sinnvoll, zulässig und effizient sind.

In mehreren Einzelprojekten setzt sich das CEPS – in Kooperation mit internationalen Partnern – mit der Frage von Management und Governance der Firmenstiftungen auseinander. Dabei wird explizit die Perspektive der Stiftung eingenommen, da die bestehende Literatur weitgehend die Thematik  aus der Perspektive des Unternehmens analysiert.

Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses:

  • Ist Corporate Philanthropy Teil von Corporate Social Responsibility (CSR)?
  • Stiftet der shared-value-Ansatz den grösstmöglichen gesellschaftlichen Nutzen aus der Stiftungstätigkeit?
  • Wie wirkt sich die Beziehung zum Unternehmen auf die Governance der Firmenstiftung aus?

Der Begriff der Firmenstiftung wurde gewählt, um Verwechslungen mit dem rechtlichen Verständnis von Unternehmensstiftungen (Stiftungen, die ein Unternehmen besitzen oder führen) zu vermeiden.

Publikationen: 

Projektstart: 2009
Projektende: Juni 2015
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein
Förderpartner: Stiftung Mercator Schweiz

Anders als in privaten Unternehmen, gestaltet sich die Wirkungsmessung in NPO, wegen der Art der Messobjekte und -ziele, schwierig. In Förderstiftungen stellt die trilaterale Förderstruktur für die Erfolgsmessung eine zusätzliche Herausforderung dar. Das heisst, dass Förderstiftungen nicht direkt Projekte ausführen, sondern eine Organisation oder Person unterstützen, die ihrerseits operativ tätig wird. Eine Förderstruktur schliesst demnach mindestens immer eine Förderstiftung, eine operativ tätige NPO und einen oder mehrere Leistungsempfängerinnen und -empfänger mit ein.

Das von der Stiftung Mercator Schweiz geförderte Forschungsprojekt Foundation Evaluation untersucht die Möglichkeit der Messung in solchen trilateralen Projektförderungen. In einem ersten Schritt wird das Modell der trilateralen Evaluationssituation entworfen und anhand von Governance-Theorien wie der Prinzipal-Agenten-Theorie, der Theorie der Supererogation und der Vertrauenstheorie diskutiert.

In einem zweiten Schritt werden aus der Anwendung genannter Governance-Theorien an das Modell Hypothesen abgeleitet, die mit Hilfe eines Strukturgleichungsmodells geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Studie liegt auf der Analyse der Korrelation zwischen der Anwendung von Governance-Instrumenten und der Beziehungsqualität und dessen gemeinsamen Einfluss auf den Projekterfolg. Als Ergebnis der Forschungsarbeit wird ein besseres Verständnis der Wirkungsweisen von Stiftungen in der Schweiz und Handlungsanweisungen zur Wirkungsmessung erwartet.

Publikationen:

  • Wyser, R. (2016). Evaluation von Förderprojekten. Governance-Analyse einer spezifischen Evaluationssituation unter Anwendung der Prinzipal-Agenten- und der Vertrauenstheorie, BoD.
  • von Schnurbein, G. / Wyser, R. (2012). Governance-Beziehungen in einer trilateralen Evaluationssituation. In: Gmür, M.; Schauer, R.; Theuvsen, L. (Hrsg.). Performance Management in Nonprofit-Organisationen, VMI, Haupt, Bern.

Projektstart: September 2012
Projektende: September 2014
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein
Projektpartner: Freie Universität Amsterdam, ERNOP
Förderpartner: EU-Kommission, Gebert Rüf Stiftung

Die Finanzierung von Forschung an Hochschulen wird in weiten Teilen der Politik und der Gesellschaft in der Schweiz nachwievor als staatliche Aufgabe verstanden. Die staatliche Grundfinanzierung der Hochschulen ist im Verhältnis der Gesamtbudgets jedoch rückläufig und wird durch staatliche und private Wissenschaftsförderung auf Grundlage von Forschungsanträgen und Leistungsbewertungen ergänzt. Neben den umfangreichen Fördertöpfen der EU und des Schweizerischen Nationalfonds erhält die private Wissenschaftsförderung durch Mäzene, Stiftungen und Unternehmen immer mehr Aufmerksamkeit. Neben öffentlichkeitswirksamen Grossspenden wie dem Adolphe Merkle Institut an der Universität Fribourg oder kürzlich der „UBS Foundation of Economics in Society“ an der Universität Zürich gibt es eine grosse Zahl von privaten Stiftungen, die Mittel für Forschung und Studium an Hochschulen bereitstellen. Allerdings fehlt bisher eine wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung über deren Anzahl, finanzielle Mittel, inhaltliche Zwecke oder die Art und Weise der Wissenschaftsförderung. Schlüssige Aussagen über das Potenzial der privaten Wissenschaftsförderung und über deren zukünftige Entwicklung lassen sich ohne eine solide Datengrundlage aber nicht treffen. Mit dieser Situation steht die Schweiz nicht alleine da. Deshalb hat die EU-Kommission eine Studie in Auftrag gegeben, in allen EU-Ländern die Stiftungen der privaten Wissenschaftsförderung zu erfassen. An diesem Projekt („Tender Study on Foundations Supporting Research and Innovation in the EU“) ist das CEPS mit einer Schweizer Länderstudie beteiligt.

Darüber hinaus will das CEPS eine vertiefte und fundierte Analyse der Bedeutung der privaten Wissenschaftsförderung durch Stiftungen in der Schweiz durchführen. Es soll erstens eine vollumfassende deskriptive Erfassung der Wissenschaftsförderung durch Stiftungen erfolgen, zweitens die Situation in der Schweiz mit anderen europäischen Ländern verglichen werden und drittens interdisziplinär die Chancen und Herausforderungen für eine weitere Entwicklung der privaten Wissenschaftsförderung erörtert werden. Die Ergebnisse fliessen in die europäische Vergleichsstudie ein und bilden den Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre Analyse der gesellschaftlichen, bildungspolitischen und wirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen der privaten Wissenschaftsförderung. Neben der EU-Kommission wird das Projekt massgeblich durch einen Förderbeitrag der Gebert Rüf Stiftung finanziert.

Publikationen:

Projektstart: April 2010
Projektende: März 2014
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Mehr als ein Drittel der Arbeitsstunden im NPO-Sektor werden durch Freiwillige getätigt. Eine gezielte Koordination von Freiwilligen trägt dazu bei, den Beitrag der Freiwilligen zur Zielerreichung von NPO zu optimieren. Bisher hat vor allem der Transfer von Praktiken aus dem klassischen Human Resource Management (HRM) in die Literatur zur Freiwilligenkoordination Einzug gefunden.

Dieser «funktionale Freiwilligenkoordination» aus dem klassischen HRM wird im CEPS Projekt neu die «interaktionalen Freiwilligenkoordination» gegenübergestellt. Die interaktionale Freiwilligenkoordination positioniert die Freiwilligen als eigene Anspruchsgruppe in der Organisation und vermittelt zwischen den Freiwilligen und anderen Anspruchsgruppen, insbesondere den bezahlten Mitarbeitenden.

Nach intensiver Literaturanalyse und 22 problemzentrierten Interviews wurden Daten aus einer Erhebung bei rund 400 NPO anhand multivariater Analysemethoden ausgewertet. Dabei konnten sieben Dimensionen der interaktionalen Freiwilligenkoordination identifiziert werden: Interessensausgleich & Überzeugung, Partizipation & Mitbestimmung, Strategisches Commitment, Koordination über Organisationsgrenzen hinaus, Rollenklarheit, Teamgeist bei den bezahlten Mitarbeitenden sowie Respekt & informelle Wertschätzung. Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen diesen Dimensionen und dem erwünschten Outcome der Freiwilligenkoordination. Es zeigt sich, dass die interaktionale Freiwilligenkoordination die HRM Instrumente entscheidend ergänzt. Weitere Organisationsmerkmale wurden als Rahmenbedingungen in die Analyse mit einbezogen, wobei sich insbesondere die Ressourcen für die Freiwilligenkoordination (Zeit, Know-How) und zufriedenheitsfördernden Jobeigenschaften als zielführend erwiesen.

Publikationen:

  • Studer, S. (2016). Volunteer management: responding to the uniqueness of volunteers. Nonprofit & Voluntary Sector Quarterly. Nonprofit & Voluntary Sector Quarterly.
  • Studer, S. (2013). Integrierte Freiwilligenkoordination: Ein Leitfaden für Schweizer NPO. CEPS Forschung & Praxis Bd. 9. Basel: CEPS.
  • Studer, S. / von Schnurbein, G. (2013). Organizational factors affecting volunteers: A literature review on volunteer coordination. VOLUNTAS: International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations, 24(2), 403-440.
  • Studer, S. / von Schnurbein, G. (2012). Volunteers as a unique organizational resource: Conceptualizations in practice and management responses - Lessons from Switzerland. International Journal of Volunteer Administration, 19(2), 40-51.

Projektstart: Juni 2009
Projektende: Juni 2011
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Das Management von NPO hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt und professionalisiert. Daher ist es an der Zeit zu überprüfen, welchen Einfluss unterschiedliche Management-Dimensionen auf den Erfolg einer Organisation haben und welche Kriterien die Gestaltung der einzelnen Management-Dimensionen beeinflussen.

Zu diesem Zweck wurde eine quantitative Erhebung bei Schweizer Nonprofit-Organisationen durchgeführt, die ein Gütesiegel haben. Damit sollte gewährleistet werden, dass nur Organisationen erfasst werden, die einen gewissen Professionalisierungsgrad erreicht haben und zudem auf Fundraising angewiesen sind. Insgesamt haben von 520 angeschriebenen Organisationen 180 geantwortet, was eine erfreuliche Rücklaufquote von 34,6% ergibt. Die Ergebnisse der Studie wurden im Lauf des Jahres 2010 auf wissenschaftlichen Konferenzen vorgestellt.

Projektstart: Juli 2010
Projektende: März 2011
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein
Partner: Prof. Dr. Daniel Zöbeli, Prof. Dr. Claus Koss

Seit der Einführung von Swiss GAAP FER 21 für spendenorientierte NPO im Jahr 2002 hat sich die Rechnungslegung im Nonprofit-Sektor der Schweiz weiterentwickelt und professionalisiert. Zunehmend wurde die Anwendung dieser Fachempfehlungen allen NPO nahe gelegt, so auch im Swiss Foundation Code 2009 für die Förderstiftungen. Im Herausgeberband Foundation Governance Bd. 8 werden erstmals die wesentlichen Themen zur Rechnungslegung und Revision von Förderstiftungen eingehend dargestellt. Die Beiträge von elf Autorinnen und Autoren vermitteln aus betriebswirtschaftlicher und aus rechtlicher Perspektive Best-Practice-Beispiele und Vorgehensweisen, wie Förderstiftungen ihre Rechnungslegung und Revision ordnungsgemäss und nachvollziehbar gestalten können.

Publikation:

  • Egger, Ph.; von Schnurbein, G.; Zöbeli, D.; Koss, C. (Hrsg.). Rechnungslegung und Revision von Förderstiftungen – Handlungsempfehlungen für die Praxis, Foundation Governance Bd. 8, Basel: Verlag Helbing Lichtenhahn, 2011.

Projektstart: 2009
Projektende: 2010
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Venture Philanthropy setzt sich aus den Begriffen Venture Capital (ausserbörsliche Beteiligung an Risikounternehmen) und Philanthropie (private freiwillige Handlung für einen gemeinnützigen Zweck) zusammen. Philanthropische Zwecke können nicht nur durch Spenden, sondern beispielsweise auch durch Ausgabe von Darlehen oder die Beteiligung am Eigenkapital von gemeinnützig tätigen Gesellschaften verfolgt werden.
Venture Philanthropy zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass den Unterstützten auch Netzwerke, Beratung und Kontakte zur Verfügung gestellt werden. Die Stiftung respektive ihre Organe nehmen Einsitz in verschiedene Gremien, coachen und betreuen die Unterstützten und werden in wichtige Entscheide einbezogen. Stiftungen nehmen somit eine aktivere Rolle ein. Daher wird anstelle von Venture Philanthropy unter anderem auch der Ausdruck «high-engagement philanthropy» verwendet.

In der Schweiz fehlte bisher eine juristische Aufarbeitung der Fragen, welche sich im Zusammenhang mit der Venture Philanthropy stellen. Das Forschungsprojekt hat einen  Beitrag geleistet, diese Lücke zu schliessen. Es untersuchte mit Bezug auf die verschiedenen Finanzierungsformen, inwiefern ein intensiveres Engagement von Stiftungen unter Schweizer Recht zulässig ist.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Darstellung der haftungsrechtlichen Konsequenzen, welche sich für Schweizer Stiftungen sowie deren Organe ergeben. Dabei wurde aufgezeigt, auf welche Punkte die Involvierten bei der «high-engagement philanthropy» achten müssen, um einer allfälligen Haftung zu entgehen.

Publikationen:

  • Schönenberg, D.: Venture Philanthropy. Zulässigkeit und haftungsrechtliche Konsequenzen für Schweizer Stiftungen und deren Organe, Basel: Helbing Lichtenhahn Verlag, 2011
  • Schönenberg, D.: Venture Philanthropy - Haftung von Stiftungen für Strategieberatung am Beispiel des Schweizer Rechts, in: Non Profit Law Yearbook 2010|2011, Das Jahrbuch des Instituts für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen, 2011, S. 137 - 158

Projektstart: Juni 2009
Projektende: Juni 2011
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

Vereine und Stiftungen sind die gängigen Rechtsformen gemeinnütziger Organisationen, wobei wesentliche Unterschiede sowohl unter rechtlichen wie auch unter Governance-Aspekten bestehen. Obwohl es in der Schweiz wesentlich mehr Vereine als Stiftungen gibt, lässt sich in den letzten Jahren ein Trend zu Stiftungen nachweisen. Dabei handelt es sich nicht immer um Neugründungen, sondern auch um Transformationen von Vereinen zu Stiftungen.
In diesem Forschungsprojekt wurden die Folgen von Transformationen aus juristischer und betriebswirtschaftlicher Perspektive untersucht. Aus rechtlicher Sicht stellte sich aufgrund der Mitgliederlosigkeit die elementare Frage, wie die Rechte der ehemaligen Vereinsmitglieder gewahrt werden können und wie sich die Transformation auf die Kontrolle und Verantwortlichkeit ausübt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wurde analysiert, wie sich die Transformation auf die fünf Bereiche des strategischen Managements (Organisation, Führung, Willensbildung/-sicherung, Steuerung und Innovation) auswirken.
Zielsetzung dieses Projekts war es, effiziente Vorgehensweisen für Transformationen zu ermitteln und Faktoren zu erarbeiten, die Hinweise auf den Nutzen und die Durchführbarkeit einer Transformation geben.

Publikationen:

  • von Schnurbein, G. / Schönenberg, D.: Legal Forms of Civil Society Organizations as a Governance Problem: The Case of Switzerland, in: International Journal of Not-for-Profit Law, Vol. 12, Nr. 3, 2010, S. 90-101
  • Schönenberg, D. / von Schnurbein, G.: Transformation vom Verein in eine Stiftung: Juristische und betriebswirtschaftliche Folgen, in: Jusletter 7. September 2009
  • von Schnurbein, G. / Schönenberg, D.: Transformationen von Vereinen zu Stiftungen in der Schweiz, in: Stiftung & Sponsoring, Nr. 5/09, S. 30-31
  • Schönenberg, D.: Transformation vom Verein in eine Stiftung im Schweizer Recht, in: Zeitschrift für das Recht der Non Profit Organisationen, Heft 3/2009, S. 64-67

Projektstart: Januar 2008
Projektende: März 2010
Kontakt: Prof. Dr. Georg von Schnurbein

In den letzten Jahren sind in vielen Ländern zumeist mehrere Governance Kodizes für Nonprofit-Organisationen entstanden. Für die Schweiz  und Deutschland konnten insgesamt 15 Nonprofit Governance Kodizes festgestellt werden.

Die Vielzahl der Nonprofit Governance Kodizes gibt Anlass, die bestehenden Kodizes einer genaueren Analyse zu unterziehen um Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen. Dabei richtet sich der wissenschaftliche Fokus dieses Projektes insbesondere auf die inhaltliche Gestaltung und den Verfasserkreis der einzelnen Kodizes. Im Zentrum stehen die folgenden wissenschaftlichen Fragestellungen:

  1. Welche unterschiedlichen inhaltlichen Ausprägungen lassen sich zwischen einzelnen Governance-Kodizes feststellen?
  2. Welchen Einfluss hat der Verfasserkreis des Kodex auf seine inhaltliche Ausrichtung?

Publikationen:

  • Philanthropie Aktuell 1/2011
  • von Schnurbein, G. / Stöckli, S.: Die Gestaltung von Nonprofit Governance Kodizes in Deutschland und der Schweiz – eine komparative Inhaltsanalyse, in: Die Betriebswirtschaft, Vol. 70, Heft 6, 2010, S. 493-509